Essen kommen, Essen gehen…Kinder kommt essen…

Manchmal wenn ich mit den Kindern essen gehe, wünsche ich mir, dass jeder beobachtet, wie toll meine Kinder das alleine machen, alles probieren, teilen und ein Gespräch am Tisch statt findet. Innerlich klopfe ich mir auf die Schulter. Oft läuft es aber anders: Da kann ich es nicht abwarten bis der Kellner endlich mit der Rechnung kommt und wir so schnell wie möglich das Lokal verlassen können. Im Anschluss stelle ich ALLES in Frage und hoffe dass Stefan heute etwas früher nach Hause kommt und ich meine 10 Minuten Pause habe.

Nicht desto trotz habe ich das Alles mehr in der Hand als mir bewusst war.

Mit dem Essen verhält es sich wie bei der Erziehung. Die Mahlzeiten in der Familie sind im Wandel.

Das fängt beim Einkauf an, geht mit der Zubereitung weiter und zum Schluss kommt dann das Miteinander am Tisch. Jede Familie, jedes Paar und jeder Einzelne hat seine Vorstellungen. (Online oder offline einkaufen, mit Kinder ohne Kinder, schnelle Zubereitung- Hauptsache was zum Essen, manche zelebrieren das Ganze und fast jeden Tag wird ein Festmahl- für unsere Verhältnisse- zubereitet) Und dann kommen noch die Vorstellungen der Kinder. Sie nehmen eine größere Rolle ein also vor einigen Jahren und haben definitiv ein größeres Stimmrecht.

Unsere Kultur gefiel mir plötzlich nicht mehr. Mit Leo allein zu Essen, war irgendwie einfach. Als Tom das Essen anfing, war es auch noch amüsant. Aber mit der Zeit haben sich hier ganz eigenartige Gepflogenheiten entwickelt.

Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme und DAS wünschten wir uns.  Einkaufen, Zubereiten, Tisch decken als eine gemeinsame Zeit zu sehen.

Also haben wir einiges angepasst. Gemeinsam. Wir haben mit Ihnen gesprochen und sie haben uns mit großen leuchtenden Augen angeschaut.

Tegernsee Familie

Am Ende unserer Predigt fragte Leo, wann er denn endlich den (selbstgebackenen) Keks bekommt. Er hat ja noch Hunger, da ihm die gemeinsam zubereitete Gemüsesuppe nicht schmeckte. Ausserdem hatte ich ihm Morgens – als es darum ging, selbst die Schuhe anzuziehen – diesen einen Keks versprochen. Tom hingegen rief laut „Eis, Eis, Eis“ und rannte zielstrebig zur Gefriertruhe.

Nicht desto trotz gab es ein paar Veränderungen:

  • Es gibt Wochen oder Tage da führen wir einen Essensplan (wie diesen hier von Saskia)
  • Die Kinder kommen wieder mit zum Einkaufen (kann gerne mal ein Tagesausflug sein)
  • Wir kaufen mehr nach Bedarf und nicht auf Vorrat, um so wenig wie möglich Lebensmittel weg zu werfen
  • Abläufe wie Tisch decken und abräumen wurden etwas routiniert und alle werden eingebunden, soweit das möglich ist
  • und wir gehen öfters alleine in kleine Lokale, mal einen Kaffee / eine Milch trinken: dann erkläre ich ihnen auch mal, dass es gut ist, wenn man etwas Rücksicht auf andere Gäste nimmt. Sind aber andere Personen mit uns unterwegs, versuche ich sie nicht zurecht zu weisen. Denn für die Kinder kann es auch unangenehm sein. Denn sie geben sich wirklich Mühe. Ausserdem ist es meist für die Gäste auch unangenehm, wenn man ständig an den Kinder nörgelt.

Ich binde sie bei der Zubereitung wieder mit ein, wenn sie Interesse haben.fullsizeoutput_482f

Das Alles hat seinen (zeitlichen) Preis. Die Küche sieht meist aus wie ein Schlachtfeld, beim Abräumen fällt viel daneben und auch Geschirr geht mal in die Brüche. Danach muss mehr aufgeräumt und sauber gemacht werden und das meiste erfolgt noch meist wenn die Kinder dann im Bett liegen.  Mit der neuen Küchenmaschine gewinne ich wieder etwas Zeit und die Kinder sind neugierig (liegt es am technischen Interessen meiner Jungs?)

Haben sie keine Lust, versuche ich aus der Zubereitung kurzen Prozess zu machen. Flexibilität ist da gefordert, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Es sollen sich ALLE wohl fühlen. Wir wissen aber, dass wir eine Essenkultur mitgeben. Dabei meine ich nicht die, von vor 30 Jahren. Eine Neue, eine Moderne. Eine mit Überangebot und vielen Möglichkeiten . An jeder Ecke sieht man vollgestopfte Schaufenster der Imbissbuden, Bäcker oder Konditor. Meines Erachtens leidet die Qualität der Mahlzeiten und das Miteinander etwas darunter. Ob es die Richtige ist, weiss ich nicht aber wir haben ein besseres Gefühl, wenn wir es nicht einfach so auf uns zukommen lassen.

Ein sehr empfehlenswertes Buch zu diesem Thema ist „Essen kommen“ von Jesper Juul. Viele, die mir auf Instagram folgen, haben den ein oder anderen Ausschnitt gesehen und der Austausch ist wirklich spannend.

Vielen Dank auch an Keimling die uns die Küchenmaschine zur Verfügung gestellt haben.

 

 

 

 

 

5 Kommentare zu „Essen kommen, Essen gehen…Kinder kommt essen…

    1. Oh wie schön!!! Es ist so spannend wie unterschiedlich Kinder sind sie aber doch sehr stark wissen was sie wollen und leider was auch nicht:-)

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  1. Bei mir ist es so, dass beide Jungs unglaubliches Interesse am Kochen haben und sie sich immer auf das Kochen und Essen freuen und besonders die Mama zu fütter. Ja, füttern! Am liebsten würden sie mir alles in den Mund stopfen, da es ja so lustig ist, wenn ich mit einem Salatblatt im Mund die Lasagne zubereite. Genauso spannend ist für sie auch das Putzen, was mir noch mehr Unsicherheit bereitet, wegen Fensterputzmittel und andere chemikalische Putzmittel.

    Ich finde es übrigens immer so interessant deine Beiträge zu lesen, da man ser viel Neues und Spannendes erfährt
    Liebe Grüße Carina

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    1. klingt doch perfekt! essen und probieren sie auch alles? Wie alt sind deine denn?

      Wusstest Du das viele Produkte der Firma dm Mittel drin haben sollen, die Kinder angeblich davor bewahren die Putzmittel zu schlucken.
      Wir haben hier überwiegend biomittel von ecover. Einige Flaschen habe ich mit Wasser befüllt, so dass sie ihre eigenen Flaschen zum Putzen verwenden können, ohne dass ich ein komisches Bauchgefühl haben muss wenn ich sie nicht ständig im Auge habe. Wie habe ich heute gelesen: Schaffe eine Ja Umgebung! Diese Aussage hat mir gefallen.

      Danke für das Kompliment das freue mich sehr!!!

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  2. Hi, Tim ist 3 und Felix 1,5 Jahre alt. Ja, der Kleine probiert alles! Tim wartet immer erst einmal ab was die anderen dazusagen, er ist eher vorsichtig was das anbelangt.

    Das von DM hab ich ja noch nie gehört, da muss ich mich genauer informieren, weil das klingt wirklich gut und vor allem ungefährlich. Den Wasser-Trick habe ich auch schon angewendet, allerdings denke ich trotzdem, dass diese „unschluckbaren“ Putzmittel eine bessere Lösung wären. Herzlichen Dank für deinen Tipp

    Liebe Grüße

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