Forest kindergarten oder einfach Waldkindergarten

Zurück im Waldkindergarten nach 6 Wochen Ferien, die nur so verflogen sind. Heute möchte ich ein bisschen darüber berichten.
Waldkindergarten, was steckt dahinter? In Deutschland bestehen schon über 1500 Natur- und Waldkindergärten. Die Tendenz zu Neugründungen steigend.

Die Kinder befinden sich ausschließlich im Freien. Und das bei fast jedem Wetter. Spielzeug gibt es keines. Die Natur hat genügend zu bieten. Findet ihr nicht auch, dass Kinder viel zu viele Spielsachen haben? Schon das begeisterte uns von Anfang an. #unserdraussenzuhause und unsere Veränderung zeigt bereits unsere Leidenschaft fürs Draussen.

Im Sommer haben wir mit dem Waldkindergarten starten dürfen. Mit fast 4 Jahren war Leo einer der Älteren. Wir haben die Zeit zu Hause genutzt, um als kleine Familie zusammen zu wachsen und möchten diese Zeit nicht missen. Im Gegenteil hätten wor diesen Kindergarten nicht gefunden wäre er auch weiterhin zu Hause geblieben.

Warum Waldkindergarten? Nach viel Literatur und Auseinandersetzung mit dem Elterndasein, der Verantwortung dem eigenen Kind gegenüber und Hineinwachsen in die Elternrolle, entspricht das absolut unseren Vorstellungen. Aus den „natürlichen“ Lernsituationen im Wald ergeben sich einige Herausforderungen.  Alleine die freie Bewegung fördert Fein und Grobmotorik durch natürliche, differenzierte, lustvolle Bewegungsanlässe und -möglichkeiten. Die Kinder werden auf ihren Entdeckungen begleitet, gebildet (wie es die Politik gerne hört) und ‚erzogen’.

Kinder bewegen sich im Freien anders. Nicht umsonst legen auch geschlossenen Einrichtungen immer mehr Wert auf Zeit im Grünen und werben damit, wie viel Stunden sie draußen verbringen.

Ich kann das nur bestätigen. Leos Motivation für’s Draußen, für’s Erkunden begeistert mich natürlich sehr. Das Wichtigste dabei, Leo fühlt sich sehr wohl.

Zurück zu unserem Kindergarten:

Der Treffpunkt ist jeden Morgen der Selbe. Anschliessend geht es singend (meist begleitet von Pippi Langstrumpf) auf die Reise. Sie laufen eine Dreiviertelstunde in den Wald oder fahren mit dem Bus in den nächstgelegenen Stadtpark. Bewegung, Klettern, Erkunden, in Pfützen springen, Regenwürmer retten, Marmelade kochen…. Sie besuchen Spielplätze und Bauernhöfe, Bäche und bald geht es zu den nächstgelegenen Hügel zum Rodeln. Auf meine Frage, ob es im Winter nicht zu kalt wird, antworteten mir die Betreuer, dass nur sie selbst frieren, da sie nicht ständig die auf und ab laufen.

Waldkindergarten

Meint es das Wetter mal ernst und auch die Kleidung reicht nicht mehr aus, wird die Bibliothek besucht. Der Weg dorthin ist bereits ein großes Ereignis und lernt die Kinder sich normal in der Großstadt zu bewegen. Sie besuchen das Schwimmbad und je nach Jahreszeit werden unterschiedliche Projekte wie Froschzucht, Schwammerl und Blüten suchen, daraus Tee zubereiten, umgesetzt. Alles was in der Natur zu finden ist. Heute sehen und lernen Kinder vieles nur in Büchern, da es den Erziehern in den großen Gruppen gar nicht möglich ist so oft raus zu gehen; wie wichtig das zum BEGREIFEN und ANFASSEN ist wird dann leider vergessen.

Zum Mittag ist Leo wieder zu Hause. Somit haben wir noch den ganzen Nachmittag zusammen und Tom ist froh seinen großen Spielgefährten, der ihn auf dumme Ideen bringt, wieder bei sich zu haben.

Ein Trend zu immer mehr Kindergärten die natur- und waldorientiert arbeiten, ist groß und die Nachfrage steigt deutlich. Sogar die Amerikaner sind bereits neugierig geworden, wie man es hier in „The New York Times Style Magazine“ nachlesen kann (Running free in Germany’s Outdoor Reschools)

Neben der wetterfesten Kleidung trägt jedes Kind seinen Rucksack, in dem sich Trinkbecher, Brotzeit, Ersatzhandschuhe, Buddelhandschuhe,  Sitzunterlage befinden und noch viel Platz für Fundstücke bietet.

WALKI begleitet Leo nun die nächsten Wochen und Monate und kann wohl Geschichten erzählen. Unsere Erstausstattung an Matschkleidung haben wir hier gekauft, und mit festen Schuhwerk wurde er ebenfalls ausgestattet. Qualität ist hier wichtig, denn sie muss robust sein, einiges aushalten und für das Kind bequem sein. Gerade für die kälteren Tage ist es besonders wichtig, dass zB Unterwäsche gut warm hält und die Kinder trotzdem Bewegungsfreiheit haben. An Sommertagen reicht festes Schuhwerk und Sonnenschutz.

Ich suche nun einen guten Schneeanzug, der einfach anzuziehen ist, gut warm hält und in dem man sich gut bewegen kann (und vielleicht auch schick aussieht:-)). Habt ihr einen Tipp für mich?

Zur Literatur kann ich Euch das Buch von Herbert Renz Polster „Die Kindheit ist unantastbar“ empfehlen.  Weiterhin überzeugte mich Andreas Weber in einem Vortrag „Mehr Matsch!: Kinder brauchen Natur“ (Eine kleine Zusammenfassung davon findet ihr hier)

Auf eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft für unsere Kinder mit viel Matsch, schmutzigen Füßen und viel Sand in den Hosentaschen, der sich wie von selbst in der ganzen Wohnung verteilt.

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Ich freue mich sehr, dass ihr wieder vorbei geschaut habt und bin gespannt auf Eure Fragen!

3 Kommentare zu „Forest kindergarten oder einfach Waldkindergarten

  1. Was für ein lebendiger, schöner Beitrag! Er würde gut zum aktuellen Thema „Natur tut Kindern gut“ meines Projektes „Kinder im Aufwind“ passen.
    Kennst du mein Mitmachprojekt? Auf unserer Fundgrube (https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/) findest du mehr darüber. Hättest du Lust, diesen Beitrag diesem Projekt zu widmen?
    Dann brauchst du das nur in diesem Beitrag zu erwähnen und ihn mit der Fundgrube verlinken.Dann kann ich ihn dort kurz vorstellen und in die Inhaltsangabe einsetzen.

    Ich würde mich sehr darüber freuen! Herzliche Grüße, Petra

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Petra das klingt spannend. Können wir gerne machen! Wie bist du zu mit gestossen und soll ich es in deinem Beitrag verlinken oder euren Beitrag bei mir? Alles Liebe Aileen

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Aileen,

    oh, das freut mich sehr !! Dadurch wird „Kinder im Aufwind“ noch mal lebendiger und kommt frischer aus dem Leben mit Kindern !
    Bisher habe ich immer nur bei wordpress unter „Kinder“ gesucht. Dieses Mal (und das will ich künftig so weiter machen) habe ich das Thema „Kinder und Natur“ im Reader eingegeben, weil ich selbst gerade einen Beitrag dazu veröffentlicht habe, und nun deinen Beitrag gefunden! Er ist eine prima Veranschaulichung von Waldschulen etc, wie ich sie nur in einem Satz erwähnt habe.
    Heute kam ich erst dazu, ihn ganz durchzulesen.
    Wenn du ihn in einem Link zur Fundgrube verbindest, wie in meinem ersten Kommentar beschrieben, setze ich von dort aus 2 Links zu dir, einmal unter „Neueste Beiträge“ und im „Inhaltsverzeichnis“ unter „Natur“.
    Natürlich könntest du ihn auch noch einmal auf deine Startseite holen und oben gleich schreiben, dass du diesen Beitrag dem Projekt „Kindern im Aufwind“ widmest.
    Na, dann wünsche ich dir/uns viele Besucher! Liebe Grüße, Petra

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